Nokia verlegt den Standort Deutschland nach Rumaenien
January 19th, 2008 Posted in germanDie Arbeitskosten pro Stunde lagen im Jahre 2004 fuer Deutschland fuer das verarbeitende Gewerbe bei 31,15 EUR, fuer Rumaenien im gleichen Gewerbe und Jahr bei nur 1,60 EUR. Also ca. 19x weniger Kosten in Rumaenien. Deutschland reihte sich 2004 damit in die Top3 neben Belgien und Schweden ein (Quelle: Berechnungen von Destatis auf Basis von Eurostat, New Cronos, 12.01.2007).
Ich kann somit Nokia’s Entscheidung sehr gut nachvollziehen, denn ich wuerde es nicht anders machen. Noch dazu kommt, dass rumaenische Fachkraefte nicht unbedingt schlechter sind.
Und ich bin deswegen der Meinung, dass wir uns als deutsche Fachkraefte langsam aber sicher in diesem hart umkaempften Markt beweisen muessen und wenn wir das nicht koennen, weil die Nachbarn im Ausland genau so gute Arbeit leisten, duerfen wir uns nicht wundern, wenn die Firmen fuer uns kein Interesse zeigen und die Loehne fuer uns immer niedriger ausfallen. Man muss den Unternehmen schliesslich einen Grund geben fuer die Arbeit angemessenes Geld zu bezahlen. Dass die Kosten fuer den Unternehmer in Deutschland so hoch sind, steuert auf jeden Fall nicht positiv dazu bei. Diese Problematik ist aber vom Staat zu loesen und nicht vom einzelnen Arbeitnehmer.
Man sollte den Schritt von Nokia als Anlass zur Motivation ansehen und nicht als Skandal. Das, was die Politiker und Arbeiter machen, ist pures Jammern. Jammern um die Arbeit, die verloren geht/ging. Verstaendlich! Ich wuerde als Nokia-Angestellter wahrscheinlich genau so jammern, da man ja in erster Linie direkt betroffen ist und wahrscheinlich auch deswegen, weil man die Schuld in erster Linie in Nokia sieht… Dass sich jetzt aber die Politiker zu Wort melden und sich beschweren, bedeutet eigentlich nur, dass die Politik versagt hat und ein Unternehmen subventionierte, welches jetzt aus Gruenden, die offensichtlich und logisch sind, das Land zu ignorieren scheint.
Ich wuerde es als Unternehmer auf jeden Fall nicht anders als Nokia machen, denn man darf das Ziel einer Unternehmung nicht aus den Augen verlieren: Geld. Es geht nur darum, den maximalen Gewinn aus einer Unternehmung zu holen und wer wirklich noch glaubt im Kapitalismus auf die soziale Schiene zu vertrauen, wird aktuell ja eines Besseren belehrt.
Einen schoenes Wochenende,
Andreas Schipplock.
